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Zu Fuß durch den südafrikanischen Busch: Ein Erfahrungsbericht

08.06.2018

Das ist nicht dein Ernst, dass du zu Fuß durch den afrikanischen Busch laufen willst? Hast du keine Angst vor den wilden Tieren? Hoffentlich hast du eine gute Krankenversicherung. Unsere Reisebloggerin Anja Knorr von happybackpacker.de hat es trotz der zahlreichen gutgemeinten Warnungen gewagt und eine Safari der etwas anderen Art ausprobiert. Sie schlug sich vier Tage durch den afrikanischen Busch, hat in Zelten mitten in der Savanne übernachtet, viel übers Spuren lesen und Revierverhalten der Tiere gelernt und Südafrikas faszinierendes Wildlife aus nächster Nähe beobachtet.

Im südafrikanischen Busch erzählt man sich folgende Geschichte:
Jeden Morgen wacht eine Antilope mit dem Wissen auf,
dass es dem schnellsten Löwe davonlaufen muss, um am Leben zu bleiben.
Jeden Morgen erwacht ein Löwe und weiß,
dass er schneller sein muss als die lahmste Antilope, um nicht zu verhungern.
Ganz gleich, ob du ein Löwe oder eine Antilope bist: Wenn in Afrika die Sonne aufgeht, musst du beim Aufwachen losrennen.

Diese Geschichte berührte mich und während meiner viertägigen Buschwanderung durch die südafrikanische Steppe stellte ich mehr als einmal fest, dass im Busch nicht nur das Gesetz des Stärkeren gilt, sondern im Endeffekt alle Tiere nur zwei Dinge verfolgen: Fressen und nicht gefressen werden.

Viele Menschen kommen nach Südafrika und begeben sich auf eine Safari, um die legendären Big 5 abzuhaken: Leoparden, Elefanten, Löwen, Büffel und Nashörner wollen sie sehen. Tiere, die bei Großwildjagden am schwierigsten und gefährlichsten zu jagen sind. Dagegen war ich schon happy, als ich beim Reinfahren in die Reserve ein paar Elefanten auf der Straße sah. Ich liebe Elefanten und ihre Intelligenz und sanfte Gemeinschaft. Selig hätte ich auch wieder heimfahren können. Und doch wurde ich noch mit so viel mehr Wildlife überrascht, dass es für ein ganzes Leben ausreicht.

Wenig Menschen, viele Tiere

SafariAfrica on Foot Wilderness Trails ist eine Tour, die Bushwalking Safaris durch die Maseke Balule Nature Reserve im Nordosten Südafrikas anbietet. Die Reserve gehört zum weltbekannten Greater Kruger Nationalpark in der Limpopo Provinz. Kruger ist zwar weltbekannt, aber dort darf man weder wild campen noch stundenlang durch den Busch marschieren. Außerdem beschweren sich viele Kruger-Touristen im Nachhinein, dass sich ihr Ausflug wie ein Zoo angefühlt hat, da der Park doch sehr überlaufen ist.

Trotz seiner offenen Grenzen zum Kruger Park ist Maseke Balule ein privater, 8000 Hektar großer Park mit offenen Grenzen zum Kruger Nationalpark. Dementsprechend zieht Balule weniger Touristen an – bei der gleichen Menge an Tieren. Meist sah ich bis auf meine kleine Truppe aus den zwei Rangern Luan und AD plus zwei weiteren Gästen stundenlang keine weiteren Menschen.

Viel Bewegung und viele Infos

Spurenlesen bei der Busch Safari

Spurenlesen bei der Busch Safari

Unsere Tage bestanden aus einer strengen Routine: Jeden Morgen wurden wir 5:30 Uhr aufgeweckt, packten unsere Siebensachen und machten uns auf den Weg: Täglich standen zehn bis 15 Kilometer Fußmarsch auf dem Programm durch bergiges Terrain ebenso wie flacher Steppe.

Unsere südafrikanischen Ranger Luan und AD marschierten voran und wir drei Gäste im Gänsemarsch hinterher. Luan und AD führten beide Gewehre bei sich, um im Notfall vorbereitet zu sein. Zwischendurch blieben wir immer wieder stehen, und Luan zeigte uns wie man Spuren der Tiere liest. Löwen, Hyänen, Leoparden, Elefanten, Antilopen und viele mehr hinterließen ihre Spuren und was anfangs wie ein unauffälliger Fußabdruck aussah, war am Ende der Wanderung ein Buch, in dem ich genau ablesen konnte, welches Tier zu ungefähr welcher Zeit in welche Richtung gelaufen ist.

Oftmals folgten wir den Spuren und wurden mit ungestört grasenden Tieren belohnt, die uns zwar schon meilenweit riechen und oftmals auch sehen konnten, aber trotzdem folgen ließen.

Tiere aus nächster Nähe

Safari

SAFARIS IN SÜDAFRIKA

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Nachmittags ging es mit dem Auto auf eine sogenannte Game Drive. Das sind Autofahrten durch das Gelände wie man es von anderen Safaris kennt. Das ist natürlich sicherer und ermöglicht das Zurücklegen einer größeren Strecke als beim Wandern. Und ich bin den Tieren dabei sehr nahe gekommen.

An einem Tümpel sahen wir eine Herde Büffel grasen. Keine fünfzig Meter davon entfernt, lauerte ein Löwe im Gebüsch und beobachtete die Herde. Im Abstand von rund hundert Metern lagen drei weitere Löwen auf der Lauer und näherten sich im Zeitlupentempo der Herde. „Das kann Stunden dauern bis die Löwen tatsächlich in den Angriffsmodus wechseln und sich auf einen Büffel stürzen“, zerstreute Luan unsere Hoffnungen auf ein einzigartiges Schauspiel. Büffel sind sehr schnell und kräftig und eigentlich trauen sich Löwen nur an ein schwaches, außenstehendes Tier heran.

Plötzlich hörten wir ein lautes Knacken und die gesamte Herde setzte sich in Windeseile in Bewegung. Der Boden vibrierte unter uns und wir verschwanden in einer Staubwolke, als die Herde ausgewachsener Büffel keine fünf Meter an unserem Jeep vorbeilief. Instinktiv sackte ich auf meinem Sitz zusammen und hoffte, dass keines der Tiere unseren Wagen rammen würde. Anschließend, in gemächlicherem Tempo und im Abstand von ein paar hundert Metern, lief jeweils ein Löwe an uns vorbei und schien uns geschockt anzuschauen. So als wären sie selber verwirrt und würden nicht verstehen, warum ihre sicher geglaubte Beute sich nun aus dem Staub gemacht hätte.

Luan erklärte uns, dass die Löwen gerade eine große Chance vertan hätten; die gesamte Herde hätte drei bis vier Tage genug zu fressen gehabt mit einem Büffel. Von allen Seiten wollten sie ihre Beute umzingeln und schlichen sich daher langsam an, doch ein Junglöwe sei zu ungeduldig gewesen und wäre zu früh losgeprescht.

Der König der Savanne hat eben auch einmal seine schlechten Tage.

Lagerfeuer-Romantik

Safari

Busch-Romantik

Ich habe als Kind viele Wochenende und Ferien mit meinen Eltern gezeltet. Seitdem liebe ich diese ursprüngliche Art in der Natur zu übernachten und der Geruch von nassen Zeltlagen lässt mein Herz höher schlagen.

An drei Nächten schlugen wir unser Zeltlager mitten in der Steppe auf, starrten in ein Lagerfeuer und grillten unser Essen darüber.

Der Vollmond schien dabei so hell, dass ich keine Taschenlampe brauchte und mein Körper Schatten warf. Der Sternenhimmel klar und leuchtend über uns. In der Ferne hörten wir Elefanten trompeten und Blätter fressen. Das hört sich ungefähr so an, als würden Bäume gefällt werden, weil dabei immer wieder ganze Äste herunterfallen. Elefanten erinnern mich an Krümelmonster.

Es ist sicherer, als du denkst

Safari

Unsere Autorin Anja mit den beiden Ranger

An meinem letzten Abend übernachteten wir am Olifants River, einem idyllischen Fluss, der von wilden Feigenbäumen beschattet wird, in denen gewitzte Baboons leben. Beim Abendessen neben unserem Lagerfeuer, auf dem leckeres Braai grillte, brummte und röhrte es gefährlich in nicht allzu weiter Ferne und als Luan sein Fernglas auspackte, sahen wir im Fluss ein ausgewachsenes Flusspferd baden. Sein Kopf reckte aus dem Wasser, und es schien uns im Visier zu haben. Sein kräftiges und tiefes Brummen klang wie ein angelassener Motor.

Wusstest du, dass ein Flusspferd bis zu fünf Tonnen wiegt und als eines der gefährlichsten Tiere der Welt gilt?

Sie fressen zwar nur Gras, aber wenn du ihnen im Weg stehst, trampeln sie dich ohne weiteres zu Tode. In Afrika sterben mehr Menschen durch ein Flusspferd als durch Haie. Als dann noch ein Löwe mit prächtiger Mähne auf der anderen Flußseite keine Hundert Meter von uns die halbe Nacht röhrte und am Ufer entlang lief, bekam ich nasse Hände und Panik stieg in mir auf.

Ich hatte Angst.

Luan und AD beruhigten mich und meinten, dass nichts passieren kann, solange wir alle wachsam bleiben. Sie arbeiten schon viele Jahre als Ranger und dass ein Ranger sein Gewehr einsetzen muss, sei sehr selten. Ja, die Ranger, die uns begleiten trugen allzeit geladene Gewehre bei sich, um im Notfall ein zu nah kommendes Tier erschießen zu können.

Das sei jedoch nur in absoluten Ausnahmefällen nötig, da die Ranger in langer und intensiver Ausbildung lernen, die Tiere zu lesen, die Signale zu erkennen und rechtzeitig einzugreifen und zu agieren, bevor das Gewehr eingesetzt werden muss. Ein guter Ranger weiß, wie er sich zu verhalten hat und scheint sich instinktiv mit den Tieren unterhalten zu können, lange bevor es zu einer gefährlichen Situation kommen könnte.

Regeln für den Busch Walk

Trotzdem gibt es ein paar Verhaltensregeln im Busch, auf die uns Luan am ersten Morgen aufmerksam gemacht hat:

  • Im Zelt keine Nahrung deponieren,
  • das Zelt nachts im Dunkeln nicht verlassen,
  • sich nicht vom Lager entfernen und auf eigene Faust die Gegend erkunden,
  • bei den Tagesmärschen still sein und keinen Mucks von sich geben, es sei denn unser Ranger erlaubt es uns und ihm im Gänsemarsch folgen.

Schließlich gibt es keine gefährlichen Tiere, sondern nur unachtsame Menschen im Busch, die in den letzten Jahrhunderten Zivilisation gelernt haben, ihren natürlichen Instinkten nicht mehr zu folgen und lieber der Technik zu vertrauen. Wir scheinen vergessen zu haben, dass wir einst alle einmal mit den Tieren im Einklang lebten und wie die Antilope und der Löwe jeden Morgen beim Aufwachen losrennen, um nicht gefressen zu werden.

Das Leben kann so einfach sein – besonders im Busch ist mir das wieder vor Augen geführt wurden.


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