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Kultur

Warum über den längsten Laufsteg der Welt lauter Knirpse stolzieren – Venedig im Regen

01.08.2013
TUI Bloggerin Stephie
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Ich kann mit Karten nichts anfangen. Echte Abenteurer finden den Schatz auch immer mit Hilfe des inneren Kompass‘. „Ohne Karte ist so ein Städtetrip doch viel authentischer! Wir lassen uns einfach treiben, ohne ständig von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu jagen“, versuche ich meine Freunde von dem planlosen Tagesausflug nach Venedig zu überzeugen. Hier in Österreich ist eher wolkenverhangen, da ist so ein Tag im Süden genau das Richtige. Wir haben übrigens nicht nur auf den Blick in die Karte verzichtet, sondern auch den Wetterbericht ignoriert… aber das nur nebenbei.

Venedig, eine Wasserstadt

Venedig, eine Wasserstadt

Als sich der Bus viel zu früh am Morgen in Bewegung setzt, regnet es bereits in Strömen. Das wird auch nicht besser, als wir nach einigen Stunden unser Ziel erreichen. Ich schaue in die leicht angesäuerten Gesichter meiner Begleiter. An einem kleinen Stand erwerben wir drei formschöne Knirpse, das Accessoire Nr. 1 des heutigen Venedig-Besuchers. Glücklicherweise finde ich sogar noch ein paar Handschuhe in den Untiefen meiner Tasche. Es regnet hier wohl nicht erst seit heute: Hinter jeder Brücke stehen kleine Gerüste in den überfluteten Gassen. Sie bilden Laufstege für Einheimische und Touristen. Laufstege, überall Laufstege. Die Models die darüber schreiten, scheinen alle das gleiche Accessoire (die besagten Schirme) vorzuführen. Doch dem Designer dieses Meisterwerks zu gratulieren bleibt keine Zeit, wir haben ja nur ein paar Stunden bis der letzte Bus fährt. Nach zweimal Abbiegen merken wir jedoch, dass nicht jeder Weg mit einer Gangway ausgestattet ist und so waten wir durch teilweise knöchelhohes Wasser. Scheinbar nichts ungewöhnliches für Venedig zu dieser Jahreszeit.

Gummistiefel - das ist es was Frauen jetzt wollen

Gummistiefel – das ist es was Frauen jetzt wollen

Strahlend kommen uns zwei Gleichgesinnte entgegen. Wie können sie noch lächeln? Ein Blick auf ihre Füße verrät es: Gummistiefel! „Die hätte ich jetzt auch gerne…“, murmelt meine Freundin hinter mir. Ihre Stoffschuhe sind bereits durchgeweicht. Schuhe shoppen in Italien, der Traum vieler Frauen! Doch zwischen edlen Pumps und handgefertigten Lederschuhen lässt sich einfach kein Gummitretwerk finden. Der Wind wird stärker und reißt an unseren Schirmen, als wir uns den Straßen am Meer nähern. Hier irgendwo müsste auch die Rialtobrücke liegen… Wir schauen vorsichtig unter unseren Schirmen hervor, bis uns der Wind den Regen ins Gesicht peitscht. Statt auf Sehenswürdigkeiten, schauen wir lieber auf unsere Schirme, die alle paar Meter von den Böen umgestülpt werden. Doch nicht jeder braucht einen Schirm, denn während sich die Tauben unter den Dächern verkriechen, schwimmen die Möwen fröhlich schnatternd mitten in den Pfützen.

Das bisschen Regen kann uns nicht die Stimmung vermiesen

Das bisschen Regen kann uns nicht die Stimmung vermiesen

Bootfahren ist bald in der ganzen Stadt möglich

Bootfahren ist bald in der ganzen Stadt möglich

Und dieses Stolzieren über die Laufstege hat auch irgendwie was. Fotomodels müssen schließlich auch oft im Regen vor der Kamera stehen. Wir haben allerdings mehr Hunger als die meisten Models. Vor uns liegt ein kleines Café. Wir lernen die Stadt jetzt einfach von „drinnen“ kennen. Und in Italien sollte man sich schließlich immer ein Eis gönnen. Venedig im Regen kann richtig lecker sein.

Schokoeis und heiße Schokolade - mehr Kakao geht nicht.

Schokoeis und heiße Schokolade – mehr Kakao geht nicht.

Im Warmen vergeht die Zeit auch wie im Flug. Wir haben nur noch eine Stunde um zum Parkplatz zurückzukehren, von dem aus der letzte Bus des Tages startet. Doch wo geht’s zurück? Wir fangen an zu Laufen. Blicken links, blicken rechts. Alles sieht gleich aus. Der Wind reißt an unseren Schirmen, es lohnt sich eigentlich gar nicht mehr sie zurück zu stülpen. Waren wir hier nicht vorhin schon? War das die richtige Richtung? Zwei italienisch sprechende Senioren-Gruppen ziehen an uns vorbei. In Regenponchos und Gummistiefeln, das war ja klar! Der Handyempfang ist bescheiden. Regentropfen benetzen das Display, es ist ein ständiges Wischen und auf das Navi warten. Doch da, Licht am Ende des Laufstegs: Ein regennasses Pärchen mit Faltplänen in der Hand. Sie lassen uns bereitwillig in die Karte schauen. Sie schmunzeln ein wenig, als sie an unserer nassen Kleidung herunterschauen. Die Karte gibt Hoffnung: Nur noch dreimal Abbiegen bis zum Parkplatz! Als Souvenirs bleiben uns die zerfledderten Knirpse und wahrscheinlich ein Schnupfen – das sind eben die Mitbringsel echter Abenteurer! Beim nächsten Mal nehmen wir dann vielleicht doch eine Karte mit und achten auch den Wetterbericht. Im Sonnenschein ist Venedig sicher noch schöner.

Am Ende knicken auch die Knirpse ein

Am Ende knicken auch die Knirpse ein


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