TUI.com verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.

Unterwegs mit...

So war die erste Cruise für die LGBT-Community: Die Rainbow Cruise im Check

21.06.2017
TUI Bloggerin Katharina
Alle Beiträge anzeigen

8 Tage schipperten TUI Bloggerin Katha und ihr Kumpel Alex mit der Mein Schiff 2 von Mallorca nach Malta. Die Kreuzfahrt mit der LGBT Community stand dabei ganz im Zeichen der Regenbogenflagge. Welche Erwartungen und Ängste die beiden vor der Rainbow Cruise hatten und welche davon sich im Endeffekt in der Realität bestätigten, erfahrt ihr hier.

Anfang Mai ging es für mich und meinen Kumpel Alex auf unsere erste Kreuzfahrtreise. Wir sind beide vorher noch nie mit einem Kreuzfahrtschiff unterwegs gewesen. Eine Premiere also. Aber diese hier war zudem noch etwas ganz Besonderes: Die erste deutsche Cruise für die LGBT-Community (Lesbian – Gay – Bisexual – Transgender). Auch wenn ich zu dieser Gemeinschaft nicht wirklich zähle, da ich weder das eine, noch das andere bin – als Freundin meines homosexuellen Kumpels Alex bin ich recht herzlich eingeladen. Doch natürlich machte ich mir so ein paar Gedanken, bevor die Reise losging. Alex ebenfalls, der als eher ruhiger und wenig offensichtlicher Homosexueller bisher kaum etwas mit der LGBT-Community zu tun hatte. Was in unseren Köpfen vorging und wie die Reise am Ende tatsächlich war, lest ihr hier:

Alex und Katha

Für Alex und Katha geht es auf die Rainbow Cruise

Katharinas Erwartungen – vor der Rainbow Cruise:

Meine erste Kreuzfahrt überhaupt. Und dann auch noch als Heterosexuelle auf der Rainbow Cruise mit der LGBT-Community. Hoffentlich wird nicht allzu exzessiv gefeiert!

RAINBOW CRUISE IM ZAHLENCHECK

Wie viel Gin und Sektflaschen wurden geordert? Wird es eine zweite Rainbow Cruise geben? Und wie hat sich die Crew auf diese besondere Reise vorbereitet?
Das und viel mehr lest ihr im Interview.

Zum Interview

Als ich von meinen Kollegen gefragt wurde, ob ich an einer LGBT Kreuzfahrt teilnehmen möchte, musste ich nicht lange überlegen. Über das Motto der Kreuzfahrt dachte ich gar nicht groß nach, sondern freute mich darauf 8 Tage mit tollen Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff zu verbringen. Doch je näher die Reise rückte, desto mehr Gedanken machte ich mir über das Event. Eine Cruise mit der LGBT-Community ist doch schon etwas außergewöhnliches. Mir kamen natürlich auch Vorurteile in den Kopf, da ich diese Szene wirklich kaum kannte. Als Frau fragte ich mich daher, ob ich wohl mit den weiblichen Gästen klar kommen würde, ob sie mich womöglich anflirten und wie ich dann darauf reagieren würde.

Bei der Rainbow Cruise dreht es sich schließlich um gute Laune und viel Party. Die Gäste werden sicherlich alle gut drauf sein und es wird einiges an Alkohol fließen. Da brauchte ich mir nichts vormachen bei Themenpartys mit Namen wie Matrösen, SEXY oder Revolver Party. Aber ich hoffte, dass es nicht allzu locker zugehen, es sich nicht alles um das Eine drehen würde. Denn das wird ja oft von der Gay-Community behauptet. Nichtsdestotrotz freute ich mich auf die Partys und die Showacts, wie Conchita Wurst oder WestBam.

Was mich persönlich sehr freute waren die Städte, die angefahren werden sollten. Mallorca kenne ich schon seit Kindestagen, Barcelona und Rom hatte ich bereits auch schon besucht, aber die anderen Städte waren für mich neu. Im Vorhinein planten Alex und ich daher schon einige Unternehmungen in den Städten, mit der Hoffnung dass das Wetter auch mitspielt.

Alex Erwartungen – vor der Rainbow Cruise

Ich bin skeptisch: Bin ich zu zurückhaltend für eine LGBT-Cruise? Werde ich mich hier wohlfühlen?

Ehrlich gesagt, habe ich mir vor Reiseantritt gar nicht so viele Gedanken gemacht. Vielmehr wollte ich alles auf mich zukommen und mich überraschen lassen. Das Unterhaltungsangebot klang erst einmal vielversprechend. Viele Shows, nachmittägliches Programm sowie die diversen Landausflüge. Auf Letztere freute ich mich besonders, denn die Städte Barcelona, Korsika und Malta standen schon lange auf meiner Reiseliste der noch zu besuchenden Orte.

Mir ist es sehr wichtig, dass das Programm abwechslungsreich gestaltet ist und ich mir nach meinem eigenen Gusto etwas passendes aussuchen kann. Ich bin ein eher ruhiger, zurückhaltender Typ und kein Partymensch. Workshops, Theaterveranstaltungen oder auch Chill Out Ecken, in welche ich mich in einer ruhigen Minute mit einem Buch und einem Glas Wein zurückziehen kann, sind mir besonders wichtig.

Alex in Barcelona

Alex in Barcelona

Daher hoffte ich, dass die Kreuzfahrt nicht nur aus Partys bestehen würde, welche zudem vielleicht noch „aus dem Ruder laufen“ würden. Damit meine ich tägliche Partys, bei denen es lediglich um das Ausleben von Alkoholexzessen geht. Auch wenn ich homosexuell bin, bin ich in der LGBT-Szene nicht zu Hause. Ich kann mir daher nur vorstellen, wie Feten in dieser Community ablaufen. Ideal wäre eine lockere Stimmung mit einem dennoch respektvollen Umgang untereinander. Einfach miteinander Spaß haben beim Feiern, das wäre perfekt.

So war die Rainbow Cruise im Detail

Check-In: Erster Eindruck

Los ging es in Palma de Mallorca. Der erste Eindruck war wirklich positiv, denn wir wurden herzlich von den Drag Queens Melli Magic und Mataina begrüßt. Die Kabine an sich war kompakt, aber dennoch gemütlich. Auf dem Bett befand sich ein Willkommensschreiben sowie zur Einstimmung ein lustiges Geschenk – Kondome, Gleitgel und Handschellen. Das kann ja was werden ;) Der Rest des Tages stand uns zur freien Verfügung, sodass wir erstmal das Schiff in Ruhe erkunden konnten. Später am Abend fand auf dem Pooldeck die Begrüßung der Passagiere durch die Veranstalter der Rainbow Cruise statt und anschließend gab es schon die erste Party. Für den ersten Abend ein gelungener Start!

Kabine Mein Schiff 2

Unsere Kabine auf der Mein Schiff 2

Fitness & Essen

Alex begann jeden zweiten Morgen mit einem Besuch im hauseigenen Fitnessstudio. Den Ausblick, den er hierbei genießen konnte, war einfach klasse. Da machte das Workout doppelt so viel Spaß. Ich drehte mich derweil lieber nochmal im Bett um und kann euch zum Sportangebot nicht viel sagen.

Zum Essen hingegen schon ;) Das Frühstücksbuffet auf dem Schiff war wirklich reichhaltig und abwechslungsreich. Hierfür standen mehrere Restaurants zur Auswahl, sodass jeder das für sich passende fand. Am Abend konnten wir uns zwischen Buffet- und Á-la-carte-Restaurants entscheiden. Wir sind am liebsten zum Anckelmannsplatz gegangen, da es für uns beide die beste Auswahl an Speisen gab. Wer viel Zeit und Lust auf ein 5-Gänge-Menü hat, geht am besten ins Atlantik. Von den Bezahlrestaurants hat mir das Surf & Turf, wo ihr euch auf gute Steaks freuen könnt, am besten gefallen.

Als Vegetarier hatte Alex natürlich vorher ein paar Bedenken bezüglich der Auswahl an Speisen an Bord. Dies stellte aber letztlich kein Problem dar, da es viele vegetarische Angebote gab und er in den unterschiedlichen Restaurants immer eine Alternative zu Fleisch & Fisch fand. Am besten hierzu eignete sich das Anckelmannsplatz Restaurant, da er sich am Buffet die Gerichte selbst zusammenstellen konnte.

Das Programm: Landausflüge

Unsere Tour ging von Mallorca nach Barcelona über La Seyne/Toulon nach Korsika, Civitaveccia/Rom und nach Salerno und Malta. Mehr Infos gibt es in der Bildergalerie:

 

Party/Events:

Das Abendprogramm war stets vollgepackt mit Auftritten von bspw. Tim Fischer, WestBam, Gloria Viagra, Kay Ray oder der erfolgreichen Transvestiekünstlerin Elke Winter. Conchita Wurst, Siegerin des Eurovision Song Contest 2014, gab an einem Abend ein tolles Konzert im Theater. Da herrschte natürlich ein großer Andrang. Aufgrund der Platzverhältnisse schaffte es leider nicht jeder in die Vorstellung, was zum Teil zu Unmut bei einigen Passagieren führte. Am Ende gab es dann noch eine Autogrammstunde, die die Herzen der Fans höher schlugen ließ. Nach der Autogrammstunde trat Conchita noch auf der Matrösen Party in der Schaubar auf. Hier konnten dann auch diejenigen dabei sein, die es vorher nicht ins Theater geschafft hatten. Die Matrösen Party hat mir persönlich sehr gut gefallen. Fast alle Partygäste kamen in Matrosen Outfits und feierten ausgelassen.

Auf der Rainbow Cruis gab es zahlreiche Mottopartys. Die White Party auf dem Pooldeck, auf der wirklich jeder Gast in weißer Kleidung erschien – wenn auch nur im weißen Bademantel; die Revolverparty – eine bekannte Partyreihe aus Berlin, bei welcher es heiß hergeht und sich der ein oder andere doch etwas freizügiger zeigte oder die „Glitter and Glamour“, welche am letzten Abend stattfand. Gloria Viagra legte Pop auf und die Leute tanzten noch bis spät in die Nacht hinein. Alex und mir hat diese Party von allen am besten gefallen, da hier statt Elektro auch mal aktueller Pop und Lieder aus den 80ern und 90ern gespielt wurden.

White Party Rainbow Cruise

Auf geht es zur White Party!

Entertainment/Wellness:

Doch es gab nicht nur Partys. Diverse Workshops (Gin-Tasting, Fleisch-Tasting, Malkurs u.ä.) oder auch das Spa-Angebot lockten besonders an weniger vollgeplanten Tagen, genauso wie das Pooldeck. Das Wetter spielte mit und so gab es hier am Seetag auch ein großes Barbecue mit Livemusik. Und auch hier wurde es nicht langweilig. Am Nachmittag gab es das besonders spaßige und nasse Event „Sprizz, der große Poolspaß mit Melli und Mataina“.

Pooldeck Rainbow Cruise

Das Wetter spielte meist mit: Für die nötige Entspannung ging es auf das Pooldeck

Auf der Rainbow Cruise fanden auch zwei gleichgeschlechtliche Hochzeiten statt. Wir begleiteten die Hochzeit von Ken und Peter, welche alle Gäste sehr berührte. Das Ganze wurde dann auch später auf der Bühne des Pooldecks verkündet und die Passagiere feierten mit den Hochzeitspaaren mit. Der Teil der Hochzeit hat Alex am besten gefallen, da die Kreuzfahrt somit nicht nur ein reines Partyprogramm, sondern auch ein traditionelles Event aufzeigte, das eine ebenso wichtige Entwicklung in der homosexuellen Gleichstellung darstellt.

Katharinas Fazit

Amüsant. Interessant. Neu. Ich bin begeistert und wäre gern länger geblieben!

Schon bei der herzlichen Begrüßung durch die Drag Queens Melli Magic und Mataina, die uns direkt einen Schnaps in die Hand drückten und mir die Frage stellten, ob meine Begleitung denn noch Single sei, wusste ich: Diese Kreuzfahrt kann nur gut und lustig werden. Dieses Gefühl bestätigte sich auch im Laufe der Tage.

Ich lernte viele nette und aufgeschlossene Menschen kennen, vorallem Männer, denn die bildeten den größten Anteil an der LGBT-Community auf dem Schiff. 1350 Männer kamen hier auf 350 Frauen. Mich persönlich hat das gefreut, denn so konnte ich mich mit den Männern unterhalten und rumalbern, ohne dass irgendwer auf falsche Gedanken kommt. Die Community ist auch viel gelassener und ich konnte mit ihnen über Sachen lachen bei denen Heterosexuelle wahrscheinlich die Augen verdrehen würden. Bei den Frauen war ich sehr überrascht, da die meisten auch als Paar auf das Schiff kamen. Den Gedanken, dass mich jemand anflirten würde, habe ich von daher schnell über Bord geworfen. Ich habe es eher bewundert, wie die doch wenigen Frauen auf dem Schiff, sich jeden Abend trafen und etwas zusammen unternommen haben.

Auch die Partys waren der absolute Knaller. Viele partyfreudige Leute, außergewöhnliche Outfits und immer super Stimmung. Klar, gab es auch freizügigere Outfits, bei denen einem schon das ein oder andere nackte Hinterteil begegnet ist, aber das störte mich keineswegs. Da gab es andere Outfits, die mich mehr irritierten. Ein weiteres, persönliches Highlight waren die Drag Queens. Vor der Kreuzfahrt hatte ich noch nie Berührungspunkte mit dieser Szene, nachdem ich aber die Drag Queens, u.a. Tante Gladice, näher kennenlernen durfte, war ich total hin und weg. Mich faszinierten die Persönlichkeiten und Beweggründe, die zu der Entscheidung führten Drag Queen zu werden.

Die Landausflüge konnte ich hingegen weniger genießen, da sie leider sehr anstrengend waren. Nur 4-5 Stunden reichten einfach nicht, um sich eine Stadt wie Rom anzuschauen. Barcelona war da noch entspannt, da wir hier zwei Tage Aufenthalt hatten.

Rückblickend kann ich sagen, dass mich die Fahrt total begeistert hat. Am letzten Tag ging ich mit einem etwas traurigen Gefühl von Bord, da ich liebend gern noch länger geblieben wäre.

Alex Fazit

TUI Rainbow Cruise – von der Skepsis hin zur Begeisterung. Eine Kreuzfahrt mit viel Party, Stimmung, Ruhephasen und Gin Tonic.

Die Kreuzfahrt verlief anders als gedacht und dies im positiven Sinne. Die Grundstimmung auf der Mein Schiff 2 war einfach entspannt und ich fühlte mich die ganze Zeit über sehr wohl. Der Umgang auf der Rainbow Cruise war locker und so kam ich recht schnell mit vielen Gästen ins Gespräch. Insgesamt wurden natürlich schon einige Partys auf dem Schiff veranstaltet, aber hier dominierte immer die gute Feierlaune der Tanzwütigen. Es floss natürlich einiges an Alkohol, aber nie so viel, dass die Stimmung kippte. Ein wenig schade fand ich jedoch die Musikauswahl, die getroffen wurde. Wem elektronische Musik gefällt, der wird hier sehr glücklich gemacht. Andere Musikrichtungen wurden jedoch kaum gespielt.

Gute Stimmung auf der Rainbow Cruise

Gute Stimmung auf der Rainbow Cruise

Ansonsten war das Programm sehr gut organisiert und das Schiffspersonal mehr als zuvorkommend. Es gab diverse Veranstaltungen sowohl am Tag als auch am Abend und daher konnte ich mich, je nach Laune, entscheiden, wonach mir war. So habe ich es auch einfach mal genossen auf dem Pooldeck zu liegen und mich zu entspannen.

Insgesamt habe ich die Zeit auf der Rainbow Cruise sehr genossen. Die Zeit verging wie im Fluge, was sicherlich auch daran lag, dass wir immer etwas zu tun hatten. Trotz vorheriger Skepsis, ob mir eine LGBT-Cruise überhaupt zusagen wird, würde ich diese, aufgrund der vielen positiven und schönen Ereignisse jederzeit wieder antreten und auch empfehlen. Das ist schon ein einmaliges Erlebnis, das mir definitiv lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Zusammenfassung
So war die erste Cruise für die LGBT-Community: Die Rainbow Cruise im Check
Artikel Name
So war die erste Cruise für die LGBT-Community: Die Rainbow Cruise im Check
Beschreibung
8 Tage schipperten TUI Bloggerin Katha und ihr Kumpel Alex mit der Mein Schiff 2 von Mallorca nach Malta. Die Kreuzfahrt mit der LGBT Community stand dabei ganz im Zeichen der Regenbogenflagge. Welche Erwartungen und Ängste die beiden vor der Rainbow Cruise hatten und welche davon sich im Endeffekt in der Realität bestätigten, erfahrt ihr hier.
Author

Wir freuen uns über Kommentare!

Sicherheitscode

Dieses Blog nutzt Gravatare. Besorg dir ganz einfach einen eigenen Gravatar.
Achtung: Dein Kommentar wird vor der Freischaltung manuell geprüft.