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Rafting auf dem Apurimac 2 – Wilder wird’s nicht

02.07.2014
TUI Blogger Johann
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Wild, Wilder, Rafting. Im zweiten Teil seines Rafting-Abenteuers in Peru erzählt TUI Blogger Johann von eisigen Wellen, Sicherheitsleinen und Schleudergängen.

Letzte Woche habe ich euch schon vom Anfang meiner Reise an den Apurimac Fluss berichtet. Heute geht es weiter – in hohem Tempo flussabwärts ;-)

Rafting in Peru Tag 2 – Was ist die Steigerung von wild?

Am nächsten Tag ging es dann auch in aller Frühe weiter. Die Guides überraschten erneut mit einem formidablen Frühstück, woraufhin wir gut gestärkt und noch besser gelaunt in die Boote stiegen. Carlos erinnerte noch einmal daran, dass beim Rafting jeder im Boot kräftig mit anpacken muss, damit das Boot sich nicht überschlägt. Carlos kennt den Fluss schon wie seine Westentasche und konnte jede Strömung mit Stärke und oft auch mit Namen ansagen. Los ging es mit einer Stufe drei: Left, left, HARD LEFT, WUUUUSH! Eine große Welle eisiges Wasser schlug uns ins Boot und weckte uns besser als die drei Instantkaffees zuvor. Das ging schon mal gut los. Nach jeder überstandener Stromschnelle rief Carlos – angelehnt an den Film 300 – laut „SPARTANS“ und alle Insassen schlugen unter einem lauten „A-U, A-U“ die Paddel gegeneinander. Schelmisch grinsend bemerkte er dann noch, wir sollten nicht zu stolz sein, denn das sei nur das Aufwärmprogramm. Wie recht er damit hatte, sollte sich später zeigen…

Ein Fischotter beobachtet uns

Ein Fischotter beobachtet uns

Gut gelaunt ging die Fahrt erst einmal weiter. Die Sonne strahlte über uns und der Apurimac zeigte sich von seiner schönsten Seite: Neben uns saß ein Fischotter auf einem Stein und über uns am Rande der Schlucht kreisten riesige Vögel, die laut Carlos mit aller Wahrscheinlichkeit Andenkondore waren. „Ok Leute, jetzt wird’s ernst, Stufe vier coming up!“ Je schneller die Strömung, desto eindringlicher und lauter wurden Carlos‘ Befehle. „HARD LEFT!“ „HARD RIGHT!“ „EVERYBODY IN!“ Letzteres Kommando bedeutete, dass sich alle Insassen sofort ins Innere des Schlauchboots werfen und an einer Sicherheitsleine an der Seite festhalten sollen – so zumindest in der Theorie. Wenn jedoch alles in einer solchen Geschwindigkeit vonstatten geht, kann es schon mal vorkommen, dass man einen Teil des Kommandos vergisst. In meinem Fall war das die Sicherheitsleine.

 

Camp in der Schlucht des Apurimac

Camp in der Schlucht des Apurimac

Nachdem ich also gemeinsam mit meiner Crew mit Schwung ins Bootinnere sprang, flog ich direkt in hohem Bogen wieder raus. Danach war da erst einmal nur noch Wasser. Oben, unten, an der Seite – einfach überall sprudelte und gurgelte es. Kaum war ich kurz aufgetaucht, ging es auch schon wieder rein in die Fluten. Von so einem Schleudergang kann meine Waschmaschine nur träumen. Irgendwann bekam ich dann einen Stein zu greifen. Kaum hatte ich einmal tief Luft geholt, war auch schon einer unsere Safety Guards bei mir. „Na, gut durchgeschüttelt?“ grinste er mich an. Auch wenn ich das in diesem Moment weniger lustig fand, war ich äußerst froh über den persönlichen Abschleppservice. Für eine Weile habe ich dann gezittert wie Espenlaub, aber nach der Kaffeepause ging es dann schon wieder und spätestens abends am Lagerfeuer war die Laune wieder prächtig. Mit gutem Essen, lustigen Spielen und ein paar mitgeschmuggelten Bieren haben unsere Guides das super hingekriegt.

Rating Tag 3 – Die Stimme Gottes grummelt

Am Morgen des dritten und letzten Tages auf dem Apurimac stimmte uns Carlos schon einmal auf einen heißen letzten Ritt ein. „Vergesst alles, was wir bisher gesehen haben. Heute geht’s richtig zur Sache!“. Am fehlenden Schelm-Grinsen in seinem Gesicht wurde schnell klar, dass er es ernst meinte. „Der Rapid da vorne heißt ‚Zahnschmerzen‘ – Stufe fünf! Bleibt in eurer Position und paddelt was das Zeug hält!“ Mein erster Blick ging erst mal zur Sicherheitsleine. Die war schon mal da. Aber dann waren wir auch schon drin in diesem Ungetüm. Wieder schmissen sich alle Mann ins Bootinnere und überließen das Raft den Strudeln des Flusses. Nach ein paar Sekunden (gefühlte 5 Minuten) waren wir wieder draußen. Ein kurzer Blick, alle noch da. „A-U!“ „A-U!“ schrie es aus tiefster Kehle und weiter ging die Fahrt. „Da vorne kommt mein Lieblings-Rapid ‚Du zuerst‘ – Auch Stufe fünf!“

TUI-Ausflugstipp Rafting

Rein ins Getöse

Rafting klingt nach einem echten Abenteuer für euch? Für dieses Erlebnis müsst ihr nicht unbedingt eine Weltreise machen: Wie wäre es mit Rafting am Fuße des Taurus Gebirges? Der Rafting-Ausflug im Köprülü Canyon-Nationalpark kann z.B. von Antalya aus über die TUI Reiseleitung gebucht werden. Angebote für euren Urlaub in Antalya findet ihr » hier.

Aber auch diesen haben wir gut überlebt. Nicht so das Boot hinter uns… Das Raft unserer Partnergruppe überschlug sich mitten im „Du zuerst“ und mit einem Mal waren sämtliche Insassen verschwunden. Wir waren natürlich völlig schockiert, aber Carlos reagierte blitzschnell und trieb uns an, mit dem Boot in die Mitte des Flusses zu paddeln. Nach und nach tauchten die meisten der Insassen aus den Fluten auf und wir zogen einen nach dem anderen zu uns ins Boot. Den Moment, wird wohl kaum jemand jemals vergessen.

Einige hundert Meter weiter flussabwärts hieß es dann aussteigen für uns. „Der nächste ist eine Stufe sechs, da müsst ihr aussteigen. Zu gefährlich.“ Die Betonung auf „ihr“ ließ schon erahnen, dass Carlos wohl nicht aussteigen wird. Er und die restlichen Guides mussten die Boote durch die Stromschnelle führen. Und auch wenn einige der Guides den Trip schon zigmal hinter sich hatten, war ihnen anzusehen, dass es auch für sie kein Zuckerschlecken bedeutete. Einer nach dem anderen startete vorsichtig in die Schlucht hinein. Als fast alle sicher durch waren, passierte es tatsächlich: Eines unserer Gepäck-Boote wurde mitsamt Guide in die Felsen geschleudert. Allesamt bekamen einen riesigen Schock, nur Carlos schaltete schnell, und sprang mitsamt Rettungsleine in die Fluten. Unglaublich, was der Mann für einen Mut aufbringt. Aber auch diese Situation wurde ohne Verletzungen oder gar Verluste gemeistert. Am Abend, als in einer Bar in Cusco gemeinsam das Video der Fahrt geschaut wurde, lachten die Guides bereits wieder herzlich über den Unfall. „Die Stimme Gottes ist unberechenbar“ meinte Carlos nur. Später erzählte er noch, dass er gleich morgen zur nächsten Tour aufbricht. In dem Moment wusste ich nicht, ob ich nun Mitleid oder Neid verspüren soll.

Rafting auf dem Apurimac ist sicher nichts für Weichbesaitete. Ich selbst weiß nicht, ob ich den Trip erneut machen wurde. Ich weiß aber, dass es mit mein prägendstes Urlaubserlebnis überhaupt war. Wer also Action sucht, wird hier voll auf seine Kosten kommen.


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