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Genuss

Marokko im Hamam: Warum schrubbst Du so schön, Malika?

21.03.2014

Ein orientalischer Hamam gilt als Inbegriff für Entspannung, Reinigung und Sinnlichkeit. Ich habe das traditionelle Bad stilecht an seinem Ursprungsort in einem Hotel bei Casablanca in Marokko ausprobiert

Malika schrubbt sich in Rage. Fest hält sie den „Kese“, einen mit Salz und Wüstensand gefüllten Handschuh, und bearbeitet energisch die Reinigungsfläche – meinen Körper. Dreimal hintereinander. Warum nimmt sie zum Power Peeling nicht gleich ein Kartoffelmesser, um mich rundherum abzuschälen, frage ich mich.

Orientalisch-edel: Der Mazagan Spa in Casablanca ist in einem eigenen, Marokkotypischen Gebäude untergebracht – Fotos (2): Gehm

Orientalisch-edel: Der Mazagan Spa in Casablanca ist in einem eigenen, Marokkotypischen Gebäude untergebracht

Schutzlos und unbekleidet: Ich bin ihr ausgeliefert

Ich bin ihr vollkommen ausgeliefert. Schutzlos und unbekleidet liege ich auf einer großen, warmen Marmorplatte, unter mir ein Handtuch, vor dieser „Schlachtbank“ die resolute Malika. Anscheinend hält sie es für völlig normal, dass ich mich unter ihren Händen bald in ein rosa Schweinchen verwandle. Langsam häute ich mich. Stunden unter der marokkanischen Sonne am Atlantik, um einen schönen, goldbraunen Teint zu bekommen, scheinen umsonst. Weggeschrubbt von der strengen Hamamwärterin. „Macht nichts“, tröstet sie mich, „wenn die abgestorbenen Zellen entfernt sind, werden Sie noch viel schneller und intensiver braun.“

Brauner nach dem Hamam

Viele Wohlfühlbehandlungen hätte ich in dem 2000 Quadratmeter großen Spa im Hotelresort Mazagan in El Jadida buchen können. Doch ich wollte unbedingt die landestypischste, die authentischste erleben. Naja fast authentisch, denn in öffentlichen Hamams, von denen es allein in El Jadida rund zehn gibt, ist doch einiges anders. Das beginnt bei der strengen Geschlechtertrennung, während es in Hotels – wie auch im Mazagan – meist sowohl getrennte, wie auch gemeinsame Zeiten gebucht werden können. In einem öffentlichen Hamam liege ich auch nicht allein auf einer Marmorbank, sondern sitze mit allen anderen Frauen auf dem klitschnassen Fußboden und werde abwechselnd geschrubbt, kübelweise mit Wasser übergossen und massiert. Spa-Managerin Ambre Gillardeau erklärt: „Einmal in der Woche wird der gesamte Körper einer gründlichen Reinigung unterzogen – im Hamam.“

Nach dem Hamam bin ich fit und düse auf einem Quad am Strand von Casablanca herum

Nach dem Hamam bin ich fit und düse auf einem Quad am Strand
von Casablanca herum – Fotos (2): Gehm

Ich glühe – von innen und außen

Und plötzlich, mitten in meinem Treatment – die Wende. Ich beginne zu glühen und genieße das Gefühl, dass nicht nur die Haut sondern auch die Seele geschrubbt und von allen Unreinheiten befreit wird. Schon vor der Prozedur hatte ich mich zur Entgiftung ins Dampfbad gesetzt. Jetzt werde ich mit schwarzer Olivenölseife eingeseift, angereichert mit duftenden Orangenblüten. Nach jedem Durchgang muss ich mich wieder abduschen. Selten habe ich mich so sauber gefühlt wie jetzt. Und stelle zufrieden fest, dass ich eigentlich genauso braun bin wie vorher. Noch Tage danach fühlt sich meine Haut… naja, schweinchenzart an. Zum Schluss gibt’s noch eine wunderbare Massage mit kostbarem Arganöl. In weniger als 1001 Sekunden schafft es Masseurin Zakia, ein quiekendes Marzipanferkel in ein schnurrendes Kätzchen zu verwandeln. Säuberung und Sinnlichkeit. Magie des Orients.

TUI Reisetipp Casablanca

Die Hafenstadt El Jadida gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. So genießt Ihr auf dem Weg zu Eurem Hotel auch noch ein wenig Kultur. Im Mazagan Beach & Golf Resort könnte Ihr – wie der Name schon sagt – nicht nur im Hamam entspannen, sondern auch gelegentlich den Golfschläger schwingen. Mehr Infos hier.

  1. Montag, 24. März 2014 um 11:46 Uhr Elke Greim sagt: Antworten
    Herzlichen Dank der Autorin Dagmar Gehm für den schönen Artikel, der Lust macht Land und Leute zu besuchen. Ich bin ein großer Freund von Marokko und liebe die im Bericht beschriebene Orientalik. Ein Besuch im Hamam ist sehr entspannden und wohltuend. Die Masseure gehören wohl zur selben Spezies, ich habe die im Artikel beschriebene Masseurin wieder erkannt, obwohl ich Hamams nur aus der Türkei kenne. In Istanbul, wenn ich hier diese weiterführende Information geben darf, empfehle ich das Ayasofya Hurrem Sultan Hamam, in dem man wie ein Sultan durchgeknetet wird. Das Hamam ist ein architektonisches Juwel und im 16. Jahrhundert erbaut. Es ist das schönste Hamam, das ich auf der Welt kenne.Viele GrüßeElke GreimGeschrieben am 24. März 2014, Wien plus.google.com/+ElkeGreim
  2. Dienstag, 25. März 2014 um 13:25 Uhr Andrea Tapper sagt: Antworten
    Vielen lieben Dank, Elke Greim, für Deine persönlichen Hamam-Tipps. Da bekommt man noch mehr Lust, sie auszuprobieren. Und wenn dann auch noch das Architektonische stimmt..., einfach toll! Liebe Grüße Andrea Tapper für den TUI-Blog
  3. Mittwoch, 26. März 2014 um 17:46 Uhr Dagmar Gehm sagt: Antworten
    Auch von meiner Seite herzlichen Dank an Elke Greim für das Interesse an meiner ganz persönlichen Erfahrung in einem marokkanischen Hammam! Deine eigenen Tipps für Istanbul habe ich gleich notiert und werde sie hoffentlich demnächst selber mal ausprobieren dürfen. In diesem Sinne - fröhliches sit-in!
  4. Mittwoch, 08. Oktober 2014 um 10:56 Uhr Agnes sagt: Antworten
    Auch von mir herzlichen Dank für einen so schönen Artikel, der Lust auf ein Hamam macht. Mein erstes habe ich nicht in der Türkei oder Marokko, sondern in Italien besucht. Es war im Wellnesshotel Meran, wo ich in Schenna im Blumenhotel Urlaub gemacht habe. Übrigens ein sehr schönes Wellnesshotel, in dem man freundlich empfangen wird und sich inmitten von Blumen automatisch entspannt. Dieses Hotel war für mich der Auftakt, mehr Hamams zu besuchen, doch auch hierher kehre ich immer wieder gerne zurück und genieße den wunderbaren Ausblick auf Meran.

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