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Kultur

Helsinki: Mein verrücktestes Silvester

31.12.2013

Cool und heiß zugleich, so ging’s mir in der Silvesternacht in Helsinki. Sie fand nämlich zum größten Teil in der Sauna statt, samt Schnaps und Öko-Schmaus

Saunainsel Uunissari

315 Inseln gibt’s vor Helsinki – wie hier die Saunainsel Uunissari

„Und hier an dieser Stelle“, sagt meine Sauna-Betreuerin Ulla und deutet auf Wellen, die leicht an den Strand der kleinen Schären-Insel spülen, „an dieser Stelle schlagen wir jetzt im Winter ein Loch ins Eis und tauchen hier nach der Sauna ab.“ Da habe ich ja richtig Glück: Diesmal ist das Wasser im Finnischen Meerbusen (noch) nicht zugefroren.

Ulla trägt eine blau-weiße Schürze, eine schwarze Hornbrille, und mit Büscheln aus Birken-Zweigen hat mir die rundliche Frau mit dem gewinnenden Lächeln in den letzten sechzig Minuten ganz schön zugesetzt. Die Mit-Fünfzigerin ist Sauna-Betreuerin, in Finnland etwas so selbstverständliches wie eine Reiseführerin. Sie schrubbt, massiert und duscht den Sauna-Gast ab, schenkt Sekt, Wodka oder Bier nach und macht es uns mit Teelichtern so richtig gemütlich auf der Sauna-Insel Uunissari, direkt vor der finnischen Hauptstadt Helsinki. Danach werden wir fit sein, um noch ganz viel von Helsinki zu entdecken.

Sauna

So sieht eine Sauna von innen auf der finnischen Insel Uunissari aus: Hier wird ins neue Jahr geschwitzt

Saunieren: die „dritte Religion“

Wir haben mit einer ganzen Clique ein Saunahäuschen auf der Insel gemietet. Sogar leckere Öko-Salate werden uns in einem gemütlichen Vorraum der Sauna serviert. Ländlich-urig sehen die ehemaligen Kutscherhäuser aus, in denen die Saunen untergebracht sind, sie stammen aus dem späten 19. Jahrhundert.

Aber Moment, Ulla, auch wenn Silvester ansteht, sind alkoholische Getränke denn nicht streng verboten in der Sauna? „Eigentlich schon“, sagt die Expertin für Schwitzkuren, „aber wir sehen das nicht so streng.“ Wichtig sei nur die Einstellung. Und die lautet in Finnland so: Sauna ist eine Art „dritte Religion“, eine „Seelenreinigung“ – und die passt natürlich auch fantastisch zum Abschluss eines Jahres.

Helsinki

Leuchtet wie ein Feuerwerk: Helsinkis Ufer vom Wasser aus

Megaparty auf dem Senate Square

Drei Sauna-Runden machen wir und ja, wir springen auch ins kalte Wasser, aber es ist herrlich! In Europas nordöstlichstem Land kommen auf rund fünf Millionen Einwohner zwei Millionen Saunen, selbst im Parlament gibt’s eine. Schon ziemlich angeheitert, aber auch abgehärtet, ziehen wir weiter auf den Senate Square, wo eine Band rockt, Akrobaten auftreten und ein gigantisches Feuerwerk gezündet wird. Zehntausende Finnen rufen hier alljährlich „Hyvää Uutta Vuotta“ (Happy New Year) in die kalte Luft – und diesmal sind wir dabei.

Ivana Helsinki Boutique

Neues Jahr mit neuem Design: In Helsinkis Designdistrikt überzeugen Boutiquen wie die von Ivana Helsinki mit Avantgarde-Ideen

Helsinki 2014: entspannt und trendy

Helsinki ist entspannt und gleichzeitig trendy.  Eine Metropole im Westentaschenformat, die ich am nächsten Tag auf meinem Neujahrsspaziergang durchstreife, von der Hauptshopping-Meile am Esplanadenpark bis zu den Ostsee-Fähranlegern, wo je nach Saison frische Pfifferlinge, Rentierfelle oder Erdbeeren verkauft werden. Fürs Shoppen gibt’s nur eine Adresse, den Designdistrikt mit über hundert Läden. Mein Lieblingsshop: die Ivana Helsinki Boutique von Paola Suhonen, einer lokalen Designerin. Aki Arjola, Finnlands Okö-Guru, der Michelle Obama bei ihrem Gemüsegarten im Weißen Haus beraten hat, zeigt mir die besten Adressen für frisches, leckeres Essen, darunter sein Eat&Joy Farmers Market (Maatilatori) im Zentrum, wo es nur Produkte aus der Region gibt. 450 Jahre alt, schlägt Helsinki seit Jahrhunderten eine Brücke zwischen Ost- und Westeuropa, liegt näher an St. Petersburg als an Stockholm. Und die coolsten Clubs gibt’s hier auch.

Öko-Experte Aki Arjola

Das Ei des Kolumbus: Finnlands Öko-Experte Aki Arjola setzt ausschließlich auf Bio

Neues Jahr, coole Bräuche – was läuft anderswo?

Niederlande: Die Holländer sind, wie die Finnen, hart im Nehmen. An der Nordseeküste von Scheveningen in der Nähe von Amsterdam läuten Tausende das neue Jahr am Mittag des 31. Dezember ein, traditionell mit einem Bad im eiskalten Nass. Gänsehaut garantiert! Danach verschmaust man bei Streetpartys in Amsterdam Oliebollen, eine Art Berliner.

Spanien: Nicht nur die Ladys kommen in Red in Madrid, Barcelona und Palma am letzten Tag des Jahres, sondern  auch die Männer. Rote Dessous an Silvester sollen nämlich Glück bringen – und um Punkt Zwölf nascht man dazu zwölf grüne Trauben.

Schottland: In Edinburgh wird nicht nur eine Nacht, sondern gleich drei Tage lang Hogmanay (Silvester) gefeiert. Am 30. Dezember geht’s am alten Castle mit einer Fackelprozession los, eine Outdoor-Party im Schottenrock gibt’s zu Silvester und am Neujahrstag Fancy-Dress-Parties.


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