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Nachhaltig Reisen: Wasserspaß im Urlaubshotel

30.07.2014

Wer kennt sie nicht: Die Hinweisschildchen im Hotelbadezimmer bitte Wasser zu sparen. Die Handtücher nur bei Bedarf in die Dusche oder Badewanne zu werfen, um am Abend wieder frische vorzufinden. Die Spülhinweise an Hoteltoiletten. Wieso das Ganze? Die Urlaubsregionen liegen doch am Meer, wo es genug Wasser gibt. Unser Nachhaltigkeitsexperte Harald Zeiss klärt auf zum Thema Wasserverbrauch und Wasser sparen im Hotel.

Wasser ist wertvoll. Und wird immer wertvoller, wenn man den vielen Medienberichten über die wichtigste strategische Ressource der Zukunft glaubt. In der Tat gibt es auch im Tourismus kaum ein anderes Thema, das so stark mit Emotionen aufgeladen ist wie Wasser.

Pool im Urlaubshotel

Badespaß im Urlaub – Ein großer Pool ist für die meisten Urlauber ein Muss

Beispiele gefällig? Urlauber wünschen sich Hotels in erster Strandlage und ein Zimmer mit Meerblick. Ob als Ausblick oder als Badevergnügen, Wasser spielt eine besondere Rolle für Urlauber. Und selbst mit einem großen Meer oder See vor dem Hotel wünschen sich viele Gäste darüber hinaus auch noch Swimmingpools und Wellnessbereiche.

Aber wo kommt das dafür notwendige Wasser her? Und welche Auswirkungen hat der hohe Wasserverbrauch auf die Gastländer? Zum einen muss festgestellt werden, dass ein Urlauber im Durchschnitt 400 – 600 Liter Wasser täglich benötigt und damit bis zu 7 Mal so viel wie die Menschen vor Ort. Das hängt natürlich mit den oben genannten Pools und Spas zusammen, aber auch mit Duschen und Baden – oft mehrmals am Tag. Und die vielen Handtücher müssen auch noch gewaschen werden. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, so lange Wasser vor Ort in ausreichender Menge und Qualität verfügbar ist und nach Gebrauch wieder gefiltert und gereinigt wird. Hier beginnen aber meistens die Probleme.

Wasser sparen im Hotel

Ein Urlauber benötigt im Durchschnitt 400 – 600 Liter Wasser täglich!

Die Mehrzahl der Hotels befinden sich in sonnenverwöhnten, trockenen Gebieten, in denen die Wasserversorgung entweder durch Meerwasserentsalzungsanlagen oder durch tiefliegendes Grundwasser sicher gestellt wird. Entsalzungsanlagen sind energiehungrig und lassen den Salzgehalt im Meer langsam, aber stetig ansteigen. Grundwasser in Trockengebieten hingegen „wächst“ nicht nach, denn in der Regel ist es vor vielen Millionen Jahren entstanden. In diesen Gebieten ist Wasser daher kostbar, denn neben der Bevölkerung hängen auch die Landwirtschaft und andere Industrien vom Wasserangebot ab.

Die Tourismuswirtschaft muss sich darauf einstellen und sie tut es bereits. Die Strategie ist klar: Verbrauch vermeiden, Verbrauch reduzieren, Wasser wiederverwerten – genau in dieser Reihenfolge. Wie aber lässt sich das in der Praxis umsetzen? Am Beispiel eines WCs lassen sich alle drei Einflussfaktoren gut erklären.

  1. Wasser-Verbrauch vermeiden: durch Beschichtungen von Urinalen der Herrentoiletten ist es gelungen, den Gebrauch von Wasser überflüssig zu machen. Moderne Urlinale lassen nichts mehr an sich haften, alles perlt vollständig und geruchsfrei ab.
  2. Wasser-Verbrauch reduzieren: Eine moderne Toilettenspülung kommt mit wenig Wasser aus, sofern sie richtig eingestellt ist. Von vormals 10-12 Litern sind heute 6 Liter Wasser absolut ausreichend. Spülstopptasten tragen mit nur 3 Litern zu weiteren Einsparungen bei, sofern sie auch genutzt werden.
  3. Wasser wiederverwerten: In Hotels fällt viel Wasser aus Duschen und Badewannen an. Das so genannte Grauwasser kann leicht gereinigt und anschließend in WCs wiederverwendet werden. Moderne Hotels nutzen dieses Grauwasser auch für die Bewässerung des Gartens.

Nicht nur der Hotelier, sondern auch der Gast ist in der Pflicht und ein Umdenken ist notwendig. Wir verbinden einen gelungenen Urlaub immer noch mit Überfluss und Verfügbarkeit. Doch wenn unsere Bedürfnisse zur Verschwendung führen, dann müssen wir uns die Frage stellen, ob wir uns das leisten wollen und können. Nicht monetär, sondern moralisch. Damit unser Urlaub nicht zur Belastung unserer Gastgeber wird.

Mehr zum Thema Handtuch im Hotel auf den Boden werfen oder am Haken hängen lassen gibt’s hier: Alles Handtuch, oder was?


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