TUI.com verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.

Aktiv

Grüner fliegen

05.11.2013

Man will in den Urlaub jetten, aber ungern die Luft verpesten. Hier erklärt der TUI-Umweltexperte, ob umweltfreundliche Flüge heute wirklich schon möglich sind und was jeder Einzelne persönlich dafür tun kann

Dass Umwelt und Transport irgendwie zusammen hängen, weiß inzwischen jedes Kind. Denn wo oben Benzin reingefüllt wird, dort kommt durch den Auspuff auch einiges wieder raus: Ruß, Schmutz, Gestank. Kein Wunder, dass die Automobilbranche nach einem saubereren Elektromotor sucht und die Bahn auf diesen Zug schon seit Jahrzehnten aufgesprungen ist. Was bleibt, sind jetzt noch die Schiff- und Luftfahrt.

Während die Schifffahrt immerhin die Möglichkeit hätte, wieder auf die Fortbewegung durch die reine Windkraft umzustellen, bleibt der treibstofflose Antrieb den Flugzeugen verwehrt. Auch die Elektro-Mobilität kann hier nicht helfen, da Gewichtsprobleme Grenzen setzen. Ist das Flugzeug ein Auslaufmodell, weil es den Anschluss an die nachhaltigen Entwicklungen verpasst? Durch den Einsatz von Bio-Treibstoffen versucht man, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Aber weder ist die notwenige Menge an Biosprit verfügbar, noch konnte überhaupt schon einmal ein Flug nur mit Bio-Kerosin durchgeführt werden: Es waren immer nur Beimischungen.

Grüner fliegen

Bei einer Flugreise nach New York legt der Reisende schnell 12.400 Kilometer zurück

Einmal New York = ein Jahr Autofahren

Ist die grüne Flugreise somit eine Utopie? Heute in der Tat noch. Die Branche steht vor einer riesigen Herausforderung. Zwar verbraucht ein Flugzeug pro Person und hundert Kilometern auch nicht mehr als ein Auto mit zwei Insassen, aber wer in ein Flugzeug steigt, ist in der Regel länger unterwegs. Von Frankfurt nach New York zum Beispiel sind es 6.200 Kilometer für die einfache Strecke. Hin- und zurück also 12.400 Kilometer. Das ist bereits nahe an der Jahresleistung eines deutschen Durchschnitts-Autos, die 18.000 Kilometer pro Jahr beträgt.

Wer grüner mit dem Flugzeug reisen möchte, hält sich am besten an folgende goldene Regel:

1. Vermeiden – 2. Reduzieren – 3. Kompensieren!

Im Klartext: Keine unnötigen Flüge (statt eines Wochenend-Kurztrips zum Weihnachtsshoppen in New York gibt es sicherlich klimafreundlichere Vergnügen). Wer trotzdem fliegt, sollte sich einen Charterflug aussuchen. Warum? Weil Chartergesellschaften wie auch die TUIfly hohe Auslastungen haben. Und je mehr Personen in einem Flugzeug sitzen, desto geringer ist der Kerosinverbrauch pro Nase. Erste-Klasse und Business-Passagiere stoßen also anteilig am meisten CO₂ aus! Womit wir beim Thema „CO₂-Kompensieren“ wären. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Beim Verbrennen von Kerosin wird CO₂ ausgestoßen bzw. emittiert. Dieses CO₂ gelangt in die Atmosphäre und trägt zum Klimawandel bei. 2,3 Tonnen dieses Klimagases pro Person sind es etwa bei unserem Flug nach New York und zurück. Dafür sollte der Reisende, z.B. beim Klimaschutzprojekt myclimate, den Betrag von 50 Euro kompensieren – eine Klimaspende, die auch steuerlich abgesetzt werden kann.

Ein Öfchen für Afrika

Nur was geschieht mit dem Geld? Myclimate investiert es etwa in den Bau von Kochstellen in Afrika. Das Prinzip ist einfach: Durch den Bau von Öfen verbrauchen die vormals offenen Feuerstellen deutlich weniger Petroleum, Holz oder Kohle. Und wenn mit den 50 Euro zwei Öfen finanziert werden, die über eine Laufzeit von zehn Jahren mehr als 2,3 Tonnen CO₂ „einsparen“, dann gilt die Reise nach New York als kompensiert.

Neben dem Klimaeffekt gibt’s noch andere Vorteile: Die Sparöfen sind gesünder und billiger für die Familien in Afrika und die Frauen brauchen nicht mehr so weite Wege zum Holzsammeln zurückzulegen. Kurz: Es treten also auch positive soziale Effekte auf.

TUIfly Maschine fliegend von vorne

Faires Fliegen ist möglich: Durch CO₂-Kompensation

Fairer fliegen – das geht immer!

Zusammen gefasst: Richtig grün fliegen kann man heute also noch nicht. Wer aber kompensiert, fliegt fairer, denn Europäer und Amerikaner emittieren wesentlich mehr CO₂ als Afrikaner oder Asiaten. Die Folgen des Klimawandels aber wird die ganze Welt zu spüren bekommen. Da sollten wir nicht lange zögern und einen Teil des Reisepreises spenden, um anderen Menschen das Leben zu erleichtern.

TUI Fluginfo:

Bei einer Reise von Frankfurt nach Palma de Mallorca verursacht der Flug (Hin- und Rückflug in der Economy Class) 546 kg CO₂-Äquivalente pro Person. Durch einen siebentägigen Hotelaufenthalt entstehen dazu 210 kg CO₂. Bei einem Bustransfer vom Flughafen zum Hotel entstehen zusätzlich rund 5,5 kg CO₂. Eine Person, die diese Mallorca-Reise antritt könnte durch einen Klimabeitrag von 11,42 Euro die komplette Reise kompensieren. Mehr Infos unter: TUI Klimarechner oder myclimate

  1. Dienstag, 05. November 2013 um 13:48 Uhr Antje sagt: Antworten
    Die Idee ist sehr gut! Vor allem weil dadurch Menschen in Afrika nachhaltig geholfen werden kann. Aber trotzdem ist diese Kompensation am Ende doch nur eine Gewissensberuhigung - denn eines ist ohne Frage - wir müssen alle noch viel mehr CO2 einsparen. Entsprechend beschäftigt mich die Frage (als "Gerne-Reisender" umso mehr) - wie wird das mit dem Reisen in Zukunft aussehen? Ist Fliegen ein Auslaufmodell oder finden sich alternative Treibstoffe?
  2. Dienstag, 05. November 2013 um 17:16 Uhr Harald Zeiss sagt: Antworten
    Hallo Antje, die Kompensation ist nicht die Lösung für den Klimawandel, aber sie hilft tatsächlich den Menschen in Afrika, Asien und anderen Ländern, die unter dem Klimawandel mehr zu leiden haben als wir Europäer. Dennoch gilt: keine unnötigen Flüge und in der Tat stimmt es, dass wir alle in der Welt noch viel zu viel CO2 emittieren (derzeit rund 11 Tonnen pro Person und Jahr allein in Deutschland). Derzeit arbeiten wir mit Hochdruck an einem effizienteren Flugbetrieb. Die TUIfly wurde letzte Woche zur klimaeffizientesten Charterairline weltweit gekürt, was uns alle sehr stolz macht. In der Zukunft werden wir aber eine Lösung brauchen, bei der kein erdölbasierendes Kerosin verbraucht wird, sondern ein klimafreundlicher Treibstoff. Aber der ist noch nicht erfunden bzw. noch nicht in großem Stil einsetzbar. Harald

Wir freuen uns über Kommentare!

Sicherheitscode

Dieses Blog nutzt Gravatare. Besorg dir ganz einfach einen eigenen Gravatar.
Achtung: Dein Kommentar wird vor der Freischaltung manuell geprüft.